BAYREUTH

Vom 21.­ bis 23. Oktober reiste eine Gruppe Studierender mit Matthias Weiß und Eva Wiegert nach Bayreuth, um dort eine regionale Sonderform des Rokokos zu erkunden.

Zu den Besonderheiten des Bayreuther Rokokos zählt eine große Naturverbundenheit, die sich unter anderem in Stuckornamenten wie Blüten, Ranken und Spalieren, aber auch in auffälligen Materialien äußert. Außerdem konnten spezifische Raumdekorationen wie die nur in Bayreuth anzutreffenden Spiegelscherbenkabinette bestaunt werden. Die Schloss- und Gartenanlagen Bayreuths gehen größtenteils auf das rege Baugeschehen unter Markgräfin Wilhelmine von 1731–1754 zurück, die sich zum Ziel setzte, Bayreuth in eine prunkvolle Residenzstadt zu verwandeln. Auch wenn nach ihrem Tod dieses Anliegen nicht weiterverfolgt wurde, sind die bestehenden Bauten ein wunderbares Beispiel für die Kunst des Rokokos in Architektur, Raum- und Gartengestaltung.

Die Exkursion begann mit dem Besuch des Neuen Schlosses und der dazugehörigen Gartenanlage. Besonders beeindruckend ist das Palmenzimmer aus Nussbaumholz mit fantastischen Wesen an der Decke.
Die Studierenden bewiesen schauspielerisches Talent – im Markgräflichen Opernhaus wurde die Gruppe persönlich vom Markgrafenpaar begrüßt. Das Opernhaus ist eines der wenigen noch erhaltenen barocken Logenhäuser und wurde 2012 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.
Die in der Schlosskirche erhaltenen Stuckaturen aus dem Rokoko luden zu ikonografischen Spekulationen ein.
Die Gruppe bewundert ein freistehendes Theater im Garten der Eremitage. Ruinen, die für eine Rückeroberung der Natur stehen, und chinoise Bauten sind typisch für die Gartengestaltung während des Rokokos und zeigen eine Hinwendung zum Englischen Garten.
Abschlussfoto nach einer erfolgreichen Exkursion im Schlosspark Fantaisie – trotz des Spätjahrs mit sprudelnden Fontänen.

Fotos: Magdalena Thora und Matthias Weiß