Alle Beiträge von Abteilung Kunstgeschichte

Sankt Lambrecht

David Hobelleitner hatte vor wenigen Wochen die äußerst seltene Gelegenheit, an der Öffnung der Stiftergruft im Benediktinerstift St. Lambrecht teilzunehmen. Aus Anlass des Todes Herzog Heinrichs III. von Kärnten († 1122), der sich heuer zum 900. Male jährt, werden die Gebeine des Klosterstifters und seiner Gattin Liutgard untersucht sowie die Gruft, die unterhalb des Presbyteriums der Stiftskirche liegt, durch den Verein Fiale bauarchäologisch dokumentiert.

Die Stiftergruft unterhalb des Presbyteriums ist nicht frei zugänglich. Hierfür musste ein Teil des Fußbodens geöffnet werden.
Mitglieder des Konvents des Benediktinerstifts St. Lambrecht sowie des Vereins Fiale diskutieren das weitere Vorgehen.

Fotos: David Hobelleitner

Exkursion Florenz im Sommersemester 2023

Romana Sammern und Vera-Simone Schulz werden von 28. bis 31. März 2023 eine Exkursion nach Florenz zum Thema “Kunst, Körper, Ökonomie” anbieten. Vera-Simone Schulz ist Research Associate am Kunsthistorischen Institut in Florenz (Max-Planck-Institut) mit einem Schwerpunkt auf die Kunstgeschichte des Mittelmeerraums, des Islams und Afrikas. Vorbesprechungen werden im Jänner und März 2023 stattfinden. Interessierte können sich gern bereits per Mail melden.
Officina Profumo-Farmaceutica di Santa Maria Novella
Foto: Google Street View

Reisestipendienzusage für Mina Miyamoto

Mina Miyamoto (Doktorandin von Renate Prochno-Schinkel) erhielt die Zusage für den Student Travel Grant Award 2022 des ICMA (International Center of Medieval Art, USA). Damit wird sie ihre Forschungsreisen in die USA, die Schweiz, nach Frankreich und Deutschland finanzieren, die für ihr Dissertationsprojekt unter dem Arbeitstitel „Kostbare Textilien als Vorhänge in mittelalterlichen Handschriften“ nötig sind. Wir gratulieren herzlich!

Zu bunt?

Am 21. Juni 2022 hielt Matthias Weiß im Rahmen der Ringvorlesung „Kanonische Texte und die Antike“ einen Vortrag zum Thema „Polychromiestreit“. Vorgestellt und debattiert wurden die Farbigkeit antiker Architektur und Skulptur, deren Wiederentdeckung und zum Teil vehemente Diskussion im 18. und 19. Jahrhundert sowie die Ausläufer eben dieser Debatte bis in unsere Gegenwart – sei es in der Rezeption des Neuen Bauens, sei es angesichts jüngster Farbrekonstruktionen, die uns irgendwie immer noch zu bunt vorkommen. Oder?

Zur polychromen Skulptur war kürzlich im Frankfurter Liebieghaus  die Ausstellung „Bunte Götter – Golden Edition“ zu sehen:

Kalifenschätze für die Medici

Vergangenen Dienstag war Marcus Pilz, Kurator der Kunstsammlungen der Veste Coburg, zu Besuch in Salzburg, der uns in seinem Gastvortrag von faszinierenden Bergkristallobjekten und ihrer Reise durch die Jahrhunderte berichtete. Margit Beling vom Verein der Freunde der Kunstgeschichte konnte zahlreiche Studierende, Vereinsmitglieder und Institutsangehörige begrüßen. Nach langer Zeit des Verzichts war es im Anschluss an den Vortrag auch endlich wieder möglich, den Abend bei Erfrischungen und anregenden Gesprächen ausklingen zu lassen.

Lang ersehnt: Erfrischender Ausklang nach dem letzten Gastvortrag

Grüße aus Lagos

Vergangene Woche ist Eva Wiegert zu ihrer Forschungsreise nach Nigeria aufgebrochen. Für ihr Dissertationsprojekt, das sich mit zeitgenössischer Fotografie bei Nacht in Lagos beschäftigt, recherchiert sie vor Ort und führt Interviews durch. Der Aufenthalt wird durch ein Stipendium für kurzfristige wissenschaftliche Arbeiten der PLUS gefördert.

Eva Wiegert schickt Grüße von ihrer Forschungsreise
Angekommen in Nigeria. Eva Wiegert forscht zur zeitgenössischen Fotografie bei Nacht  in Lagos

Fotos: Eva Wiegert

EXKURSION ANTWERPEN

Vom 30. Mai bis 4. Juni fand unter der Leitung von Heike Schlie eine Exkursion nach Antwerpen statt. Ein Teil der Exkursion war (natürlich) Peter Paul Rubens gewidmet und der Frage, wie er sich im rekatholisierten Antwerpen als Künstler etablierte und u.a. durch die Architektur seines Hauses als Malerfürst inszenierte. Die intellektuellen und politischen Netzwerke seiner Zeit bilden sich durch die vielfältigen Museen in der Stadt immer noch ab (Druckerei Plantin-Moretus; Haus des Bürgermeisters Rockox, eines Mäzens und Auftraggebers). Weitere Schwerpunkte waren die reiche Jugendstil-Architektur der Hafenstadt sowie zeitgenössische Architektur, das („Globalisierungs-“)Museum aan de Stroom und das Hafenhaus, dessen futuristischer Aufsatz die Assoziationen eines Schiffsrumpfes und eines Diamanten (das wichtigste Handelsgut der Stadt) vereinigt. Wir stießen wiederholt auf durch die Zeiten hindurchgehende Tradierungsstränge und künstlerische Identitätsbildungen: so zum Beispiel die immer wieder erfolgende Anknüpfung der Künstler an Quinten Massys, den „ersten“ Künstler Antwerpens (Rubens bis Luc Tuymans), oder auch die künstlerische Verarbeitung der Hand aus dem Wappen der Stadt, die sich auf die Gründungslegende bezieht (Antwerpen = Hand-Werfen).

Besser als alle Worte gibt das Video der Teilnehmerin Nargiz Kaipova einen Eindruck von der Exkursion und von dieser faszinierenden und kulturell vielfältigen Stadt.

 

Unter opferbereiten Männern!

Der letzte von insgesamt vier Außenterminen im Rahmen des Grundkurses Ikonografie führte uns noch einmal in die Neue Residenz. Im Ständesaal arbeiteten wir uns anhand des opulenten Deckenstucks von 1602 in die altrömische Geschichte ein und bereiteten uns auf das allgemeine Feld der politischen Ikonografie vor. Gemeinsam beschrieben und analysierten wir die ‚Feuerprobe‘ des Mucius Scaevola, die Verteidigung einer Tiberbrücke durch Horatius Cocles und den Todessprung des Marcus Curtius – ziemlich reißerische Szenen allesamt, die sich auch auf einer Streaming-Plattform sehen lassen könnten.

Mucius Scaevola beweist seine Opferbereitschaft durch die Hand im Feuer
Marcus Curtius springt in die Erdspalte auf dem Forum Romanum

Fotos: Miriam Ljubijankic