Archiv der Kategorie: On Tour

Kassel

Zum Ende der documenta fifteen trafen sich Matthias Weiß, Mareike Herbstreit und Magdalena Thora spontan in Kassel. Sie wollten sich gemeinsam nochmals einen Eindruck von der kontrovers diskutierten Großausstellung verschaffen und ließen sich auch von Kälte, Gewitter und Starkregen nicht abhalten. Neben den für diese documenta typischen kollektiv produzierten Arbeiten und den historischen Archiven aus allen Teilen der Welt, die im Fridericianum & Co ausgestellt waren, erkundeten die Drei auch Kunst jenseits der offiziellen documenta-Standorte. Beispielsweise die Installation „Poem of Pearls“ von Birthe Blauth in der Elisabethkirche, die mitten im documenta-Trubel einen Ort der Stille bot. Die Fragen, die die documenta fifteen aufwarf – zu Kulturalismus, zum spezifischen Blick des sogenannten globalen Südens, dem vollzogenen Ende des modernen Werkbegriffs und auch zu den Vorwürfen, es würden auf der documenta fifteen antisemitische Standpunkte unreflektiert gezeigt – konnten auch bei Kaffee und Kuchen nicht sämtlich beantwortet werden. Das temporäre Reisekollektiv war sich jedoch einig, dass die Diskussion nicht gemeinsam mit der documenta fifteen zu Ende gehen wird, und ist schon jetzt gespannt, welche Schlüsse und Lehren aus der diesjährigen Ausstellung für die nächste documenta in fünf Jahren gezogen werden.

Der Friedrichsplatz im Unwetter.
„Poem of Perls“ von Birthe Blauth in der Elisabethkirche.
Matthias Weiß und Magdalena Thora in der Installation von Birthe Blauth.
Magdalena Thora in der Installation „Anwar Al Atrash“ des *foundationClass* collective in der Hafenstraße 76.
In der Installation von Nino Bulling „Sometimes when we kiss, it feels like I am drinking water from your mouth“ in der Hafenstraße 76.

Fotos: Mareike Herbstreit

Soest/Westfalen

Am 23. und 24. September tagte der Verein für Westfälische Kirchengeschichte in Soest/Westfalen, an dem Renate Prochno-Schinkel teilnahm. Die Vorträge fanden in der kunsthistorisch bedeutsamen romanischen Kirche St. Maria zu Höhe statt. Im Stadtarchiv konnten die Teilnehmer:innen der Konferenz Schätze wie z.B. Lutherbriefe besichtigen.

Tagung des Vereins für Westfälische Kirchengeschichte in Soest/Westfalen
Ein Brief Martin Luthers im Stadtarchiv von Soest/Westfalen

Fotos: Renate Prochno-Schinkel

Hildesheim

Mina Miyamoto (Doktorandin von Renate Prochno-Schinkel) nahm vor kurzem am viertägigen Hildesheim Romanesque Workshop teil,  der von der British Archaeological Association organisiert wurde. Die Gruppe besuchte bedeutende romanische Bauten und Artefakte in Hildesheim, Quedlinburg,  Gernrode, Braunschweig, Helmstadt, Königslutter und Halberstadt.

Impressionen der Reise (Fotos: Mina Miyamoto)

Zurück aus Lagos

Vergangene Woche kehrte Eva Wiegert von ihrer Forschungsreise aus Lagos zurück. Der Aufenthalt war gefüllt mit interessanten Gesprächen und Interviews, vielen spannenden Events, Ausstellungseröffnungen, Diskussionen und inspirierenden Eindrücken einer Stadt, die immer wieder Gegenstand von Literatur, Kunst und Fotografie ist. „You can never over-photograph Lagos because there are so many stories” betonte ein Künstler im Interview und bestätigte damit den Eindruck einer sich täglich wandelnden, faszinierenden und von Differenzen geprägten Stadt.

Ausblick vom Balkon des Kunstraums The Treehouse, das Kunstevents und Residenzen für Künstler:innen anbietet.
Ausstellungseröffnung „Tales of the inner man“ des Künstlers Tobi Adebule im Centre for Contemporary Art.
Um der lauten Stadt zu entfliehen, eignete sich der Besuch im Lekki Conservation Centre, in dem man die tierischen Bewohner ganz nah erleben konnte.
In Oshogbo begegnet man in den Sacred Groves verschiedenen Skulpturen, die vom New Sacred Art Movement und der österreichischen Künstlerin Susanne Wenger geschaffen wurden.

Fotos: Eva Wiegert

Die Salzburger Kunstgeschichte auf der documenta fifteen

Gemeinsam mit Mareike Herbstreit besuchten Studierende der Kunstgeschichte am 21. und 22. Juli die documenta fifteen im hessischen Kassel. Dank einer Kooperation mit dem Kunstverein Wolfenbüttel gab es für jede:n eine kostenlose Tageskarte sowie die Möglichkeit zur Teilnahme an zwei Führungen.

Die alle fünf Jahre stattfindende documenta ist eine der weltweit wichtigsten Kunstausstellungen; sie verhandelt, was aktuell als zeitgenössisch gilt und das jeweilige kuratorische Konzept gilt als wegweisend. In diesem Jahr hat das Künstler:innenkollektiv ruangrupa aus Indonesien die künstlerische Leitung übernommen und thematisiert auf der documenta fifteen insbesondere Anliegen des sogenannten globalen Südens. Das Vorgehen von ruangrupa führt (nicht anders als die Themen der vorausgegangenen documentas) zu Kontroversen und auch wir haben uns mit den entsprechenden Fragen auseinandergesetzt: Müssen wir uns beispielsweise von einem europäisch geprägten modernen Kunstbegriff verabschieden? Wie funktioniert eine Ausstellung, die weitgehend auf die Nennung einzelner Künstler:innen verzichtet und zudem vorwiegend Prozesse anstatt statische Kunstwerke präsentiert? Nicht zuletzt: Auf welche Weise kann eine Umverteilung im Feld der Kunst überhaupt realisiert werden? Die Befürchtung, die documenta fifteen zeige u.a. antisemitische Standpunkte, haben wir selbstverständlich ebenfalls diskutiert und vor Ort mit dem abgeglichen, was ausgestellt war. Summa summarum lässt sich für unsere kleine Reisegruppe festhalten, dass eines der erklärten Ziele der documenta fifteen erreicht wurde: Miteinander ins Gespräch zu kommen. Oder wie ruangrupa in einem Booklet über Kulturmanagement schon vor zehn Jahren aufforderte: Make Friends Not Art 😉

 

Die Salzburger Kunstgeschichte auf der documenta fifteen.
Das Fridericianum, das traditionell das Herz der documenta bildet. Seine Säulen wurden von Dan Perjovschi geschwärzten und erinnern mit den weißen Statements und kleinen Zeichnungen an Kreidetafeln. Vielleicht eine Anlehnung an die Kreidetafeln die Joseph Beuys bei seinem „Büro für direkte Demokratie durch Volksabstimmung“ auf der documenta 5 verwendete. Bei diesem Beitrag von Beuys stand ebenfalls das Gespräch im Zentrum, so wie es nun für die documenta fifteen gilt.
Studierende im Gespräch mit der Geschäftsführerin des Kunstvereins Wolfenbüttel inmitten der Sondernummer der „Horizontalen Zeitung“ von Dan Perjovschi vor dem Kulturbahnhof. Die Zeitung wird im Laufe der 100 Tage der documenta fortlaufend mit visuellen Beiträgen auf den neuesten Stand gebracht.
In der documenta Halle. Die Halfpipe wurde auf Wunsch des tailändischen Kollektivs Baan Noorg Collaborative Arts and Culture aufgestellt. Sie darf nicht nur genutzt werden, sondern es finden in Kooperation mit dem Kasseler Skateboardverein Mr. Wilson Skatehalle auch Workshops statt.
Plakat vor dem Ausstellungsort WH22 zur Frage „Where Is The Art?“, die nicht ohne Selbstironie von einer gleichnamigen Arbeitsgruppe auf der documenta fifteen behandelt wird.

Fotos: Karin Buchauer, Mareike Herbstreit

Neues aus Lagos

Eva Wiegert sendet viele Grüße von ihrer Forschungsreise nach Salzburg!

Als größte Stadt Nigerias ist Lagos das Zentrum der stetig wachsenden Kunst- und Kulturszene des Landes. In der Bibliothek des Centre for Contemporary Art recherchierte Eva Wiegert zu ihrem Dissertationsthema, das sich mit fotografischen Narrativen der urbanen Nacht in Lagos beschäftigt. In der African Artist Foundation konnte sie Material der vergangenen Ausstellungen des LagosPhoto Festivals sichten und sie führte bereits zwei Interviews mit Künstler:innen über ihre fotografischen Serien, das Fotografieren bei Nacht und das nächtliche Lagos. Der Besuch verschiedener Galerien, Events und Institutionen wie die G.A.S. Foundation; die Ausstellung im öffentlichen Raum „The Respectful Gaze – from the estate of Nina Fischer-Stephan” und eine Führung durch das Yemisi Shyllon Museum, ermöglichen ihr einen vertieften Einblick in die Kunstszene des Landes.

Recherchen in der Bibliothek des Centre for Contemporary Art. Das CCA verfügt über Ausstellungsräume und bietet zudem Workshops und Veranstaltungen an.
Eva Wiegert erkundet die Kunstszene der Stadt.
Ausstellung der Fotografien von Nina Fischer-Stephans am Tinubu Square in Lagos. Die Ausstellung wurde kuratiert von Gisela Kayser und Akinbode Akinbiyi und zeigt vor allem Fotografien der frühen 1960er Jahre in Nigeria.
Ausflug zum Yemisi Shyllon Museum of Art in Lekki.

Fotos: Eva Wiegert

Betriebsausflug 2022

Nach zwei Jahren coronabedingter Pause war es am 12. Juli endlich wieder soweit: Das Team des Sekretariats und des Fotolabors konnte einen wunderschönen Betriebsausflug durchführen, der die Gruppe dieses Mal nach Linz führte. Abseits des Büroalltags und bei traumhaftem Wetter erkundeten die Ausflügler:innen neben der Altstadt auch versteckte Ecken und Plätze der oberösterreichischen Landeshauptstadt. Der Spaß kam dabei natürlich nicht zu kurz…

Ausblick…
…und Durchblick
Unser Sekretariats- und Fotolabor-Team am Betriebsausflug 2022

Fotos: Hubert Auer

 

Auf Loos gehts los: Moderne Architektur in Wien

Vom 16. bis 18. Juni machte sich die Gruppe um Matthias Weiß auf den Weg nach Wien, um zwischen historischen Bauten die Grundpfeiler moderner Architektur in Wien zu begutachten. Neben Jugendstilfassaden und U-Bahn-Stationen von Otto Wagner besuchten wir auch die Randbezirke von Wien, um uns die feinen Wohnhäuser (darunter das erste Terrassenhaus Europas) von Adolf Loos anzusehen. Dabei wurde durchaus gern auf Mauern geklettert, um über den einen oder anderen Zaun zu spähen – wir sind schließlich Wissenschaftler:innen und dürfen keine Scheu vor unseren Untersuchungsobjekten haben.

Die Diversität des modernen Bauens äußerte sich vor allem beim Besuch der Werkbundsiedlung, in welcher 30 Architekt:innen ihr Konzept vom modernen, individuellen Wohnen auf kleinem Raum umsetzten konnten. Den Abschluss bildeten zwei Gemeindebauten aus den 20er Jahren, die den Geist des „Roten Wiens“ widerspiegeln und noch immer als Wohnraum dienen.

Die Exkursionsgruppe vor dem Karl-Marx-Hof
Modernes Bauen in Wien – Exkursion mit Matthias Weiß
Über den Gartenzaun blicken…

Fotos: Magdalena Thora

Sankt Lambrecht

David Hobelleitner hatte vor wenigen Wochen die äußerst seltene Gelegenheit, an der Öffnung der Stiftergruft im Benediktinerstift St. Lambrecht teilzunehmen. Aus Anlass des Todes Herzog Heinrichs III. von Kärnten († 1122), der sich heuer zum 900. Male jährt, werden die Gebeine des Klosterstifters und seiner Gattin Liutgard untersucht sowie die Gruft, die unterhalb des Presbyteriums der Stiftskirche liegt, durch den Verein Fiale bauarchäologisch dokumentiert.

Die Stiftergruft unterhalb des Presbyteriums ist nicht frei zugänglich. Hierfür musste ein Teil des Fußbodens geöffnet werden.
Mitglieder des Konvents des Benediktinerstifts St. Lambrecht sowie des Vereins Fiale diskutieren das weitere Vorgehen.

Fotos: David Hobelleitner

Grüße aus Lagos

Vergangene Woche ist Eva Wiegert zu ihrer Forschungsreise nach Nigeria aufgebrochen. Für ihr Dissertationsprojekt, das sich mit zeitgenössischer Fotografie bei Nacht in Lagos beschäftigt, recherchiert sie vor Ort und führt Interviews durch. Der Aufenthalt wird durch ein Stipendium für kurzfristige wissenschaftliche Arbeiten der PLUS gefördert.

Eva Wiegert schickt Grüße von ihrer Forschungsreise
Angekommen in Nigeria. Eva Wiegert forscht zur zeitgenössischen Fotografie bei Nacht  in Lagos

Fotos: Eva Wiegert