Archiv der Kategorie: On Tour

EXKURSION BÖHMEN

Grenzüberschreitungen – eine böhmisch-deutsch-jüdische Kulturlandschaft. Fachexkursion nach Süd- und Westböhmen, 20. bis 26. September 2021

Grenzüberschreitungen im Bild 

Ziel der Fachexkursion als Kooperationsprojekt der Kunstgeschichte und Slawistik der Universität Salzburg und der Kunstgeschichte der Universität Budweis war die Vertiefung der bestehenden wissenschaftlichen Kontakte durch Besuche von insgesamt elf Orten in Süd- und Westböhmen (České Budějovice/Budweis, Prachatice/Prachatitz, Vimperk/Winterberg, Hartmanice/Hartmanitz, Klatovy/Klattau, Plzeň/Pilsen, Zisterzienserkloster Plasy/Plass, Prämonstratenserkloster Teplá/Tepl, Cheb/Eger, Lázně Kynžvart/Bad Königswart, Beneditkinerkloster Kladruby/Kladrau). Die Region zählt heute zu den dichtesten Kulturlandschaften Mitteleuropas und verdankt ihren besonderen kulturgeschichtlichen Reichtum den im Titel der Exkursion angesprochenen vielfältigen Grenzüberschreitungen im Verlauf mehrerer Jahrhunderte. Die Exkursion wurde durch die Aktion Österreich – Tschechien großzügig gefördert.

Die Exkursionsgruppe vor dem Benediktinerkloster Kladruby / Kladrau, Foto: Ales Jakubec.

Eindrücke. Lázně Kynžvart / Bad Königswart. Speisesaal des Schlosses, Foto: Corina Laßhofer.

Das Schloss Kynžvart, zu Deutsch Königswart, hat es mir auf der Exkursion besonders angetan. Klemens Wenzel Lothar von Metternich ließ es von 1821 bis 1836 in seine heutige Gestalt umbauen. Im Sinne der „Grenzüberschreitung“ war es nicht nur ein Zentrum für einen politisch internationalen Austausch, sondern beherbergt zudem eine Vielzahl an wertvollen Kunstgegenständen aus aller Welt. Die Fotografie zeigt die Statue der Dichterin Sappho von Antonio Canova im prachtvoll geschmückten Speisesaal des Schlosses. Corina Laßhofer

Eindrücke. Unteres Schloss Vimperk / Winterberg, Foto: Karin Buchauer

Schichten, Zuschreibungen, Umdeutungen, Orientierung, Abstraktion… Eine Tapete, ein Stadtplan, ein Schlachtplan?! Vergangenheit und Zukunft, gleich einem Organismus, Elemente eines Ganzen. Karin Buchauer

Eindrücke. Unteres Schloss Vimperk / Winterberg, geöffnete Renaissance-Decke, Foto: Ines Klotz.

Das beigefügte Bild symbolisiert für mich das Überschreiten gleich mehrerer Grenzen: Zeitgrenzen, Raumgrenzen, mentale Grenzen/Denkgrenzen. Ines Klotz

Impressionen (Fotos: Hynek Látal) 

Schloss Nymphenburg – Bayerisches Rokoko

Vergangene Woche führte die erste Tagesexkursion in diesem Studienjahr nach Schloss Nymphenburg. Die Studierenden (zeitweilig in Viererteams aufgeteilt, um den Corona-Präventionsbedingungen zu entsprechen) erkundeten unter der Leitung von Renate Prochno-Schinkel die weitläufige Schloss- und Parkanlage der ehemaligen Sommerresidenz der Wittelsbacher.

Die Exkursionsgruppe bei der Ankunft am Schlossgelände

Abendstimmung in Nymphenburg nach einem erfolgreichen Exkursionstag

 

ROM

Im Rahmen seines Dissertationsprojekts verbrachte David Hobelleitner einige Wochen in Rom, um u.a. an der Bibliotheca Hertziana und der Bibliothek am Campo Santo Teutonico im Vatikan zu arbeiten. Neben den Bibliotheksbesuchen standen vor allem Sichtungen der stadtrömischen Malereien in situ auf dem Programm. Der Aufenthalt wurde durch das Römische Institut der Görres-Gesellschaft unterstützt.

Der Mascherone in der Via Gregoriana – Eingang zur Bibliotheca Hertziana.
„Hagiographie“ im 21. Jahrhundert – der römische Street Art Künstler Mauro Pallotta (MAUPAL) schuf dieses Werk 2020, das u.a. am Borgo Pio zu sehen ist.

Sebastiansfriedhof die Zweite

Vom Lärm zuweilen sogar mehrerer Rasenmäher abgesehen, erwies sich auch der zweite Termin auf dem Sebastiansfriedhof als ein so angenehmer wie lehrreicher Tag. Besonders erfreulich war das ausdrückliche Lob des Formats, das nicht nur auf Stoffvermittlung, sondern mit der Übung am Nachmittag auch auf Wissensanwendung setzt: Es böte sich an, diese Exkursion jedes Semester durchzuführen, so eine der Teilnehmerinnen. Jeden Sommer oder jeden zweiten Sommer vielleicht – diese Anregung nehmen wir gerne auf!

Wilder Mann mit Dolch als Helmzier des Wappens Pflügel
Foto: Matthias Weiß

FESTSPIELBEZIRK

Im Rahmen des Seminars ‚Architektur und Musik‘ besuchten Studentinnen und Studenten auf Initiative von Alexandra Grethen das Große Festspielhaus und die Felsenreitschule. Zu besichtigen waren ein herausragender Bau der Nachkriegszeit von Clemens Holzmeister, der in der nächsten Zeit grundlegend renoviert und erweitert werden soll, sowie ein zum Innenraum gewordener Außenraum, der heute vom davorliegenden Haus für Mozart gänzlich verdeckt wird und in seinen Dimensionen noch für jeden Regisseur eine Herausforderung darstellt. 

Vielen Dank an A. Grethen!

Die Teilnehmer:innen am Seminar „Architektur und Musik“ on Tour im Festspielbezirk.
Foto: Sigrid Brandt

Heraldik-Übung auf dem Sebastiansfriedhof

Letzten Freitag fand die erste von zwei Kurzexkursionen auf den Sebastiansfriedhof an der Linzer Gasse statt – ein intensiver und abwechslungsreicher Tag in idyllischer Umgebung. Vormittags näherten wir uns dem Thema Heraldik historisch. Nachmittags arbeiteten wir uns in die Terminologie und das Regelwerk der Wappenkunde ein und erprobten dies auf Papier und in den Arkaden in Form eigener Blasonierungen (Wappenbeschreibungen). Kommentar einer Teilnehmerin: „Ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass man einen ganzen Tag auf einem Friedhof verbringen kann“. Kann man. Schön war’s. Machen wir nächsten Freitag gleich nochmal!

SALZBURGER AUSSICHTEN

Bei zumindest etwas angenehmeren Temperaturen fand am 28. Mai die zweite Salzburg-Exkursion der Reihe „Kunst vor Ort“ statt. Besucht haben wir die beiden Standorte des Museums der Moderne in der Altstadt und auf dem Mönchsberg, wo wir uns mit den aktuellen Ausstellungen, aber auch mit der jeweiligen Bau-, Institutionen- und Sammlungsgeschichte auseinandersetzten. Den Abschluss bildete – gleichsam als Nachtrag zum ersten Termin – eine Gesprächsrunde im Sky-Space von James Turrell, der seit 2006 zum Walk of Modern Art gehört und den Blick weg von der Stadt hinauf in den Himmel lenkt.

Eine große Bereicherung war, dass sich vormittags Kuratorin Stefanie Grünangerl viel Zeit nahm, um mit uns über die zwei unter einem James Baldwin-Motto („This World Is White No Longer“) zusammengefassten Schauen zu diskutieren, und dass uns am Nachmittag Direktor Thorsten Sadowsky auf dem Mönchsberg begrüßte: dafür noch einmal herzlichen Dank. Mit beiden haben wir unter anderem über bereits bestehende Möglichkeiten der Zusammenarbeit gesprochen, etwa hinsichtlich der öffentlich zugänglichen Museumsbibliothek, aber auch über Optionen, zukünftig noch stärker zu kooperieren. Schöne Aussichten, oder?

Museen-Exkursion am 28. Mai 2021 – Foto: Matthias Weiß

Schrittweise den Kunstort Salzburg entdecken

Corona und einer unfreundlichen Witterung zum Trotz, fand am 7. Mai die erste Salzburg-Exkursion der Reihe „Kunst vor Ort“  statt. Unter dem Motto „Zurück auf los“ besuchten wir vormittags den südlichen Dombogen sowie die in ihm beherbergte Kunst- und Wunderkammer, um (zumindest anhand der Rekonstruktion) die Anfänge der europäischen Museumskultur zu studieren. Das Nachmittagsprogramm widmete sich „Dezentralen Kunstorten“, das heißt den verschiedenen Standorten der Stadtgalerie und der Salzburg Foundation diesseits wie jenseits der Salzach.

Der nächste Termin steht unmittelbar bevor und wird uns ins Rupertinum und ins Museum der Moderne auf dem Mönchsberg führen. Zwei weitere Exkursionen im Juni haben den Sebastiansfriedhof und eine Einführung in die in Salzburg allgegenwärtige Heraldik zum Ziel – hoffentlich bei weniger nasskaltem Wetter!

Schrittweise den Kunstort Salzburg entdecken – Exkursion am 7. Mai
Foto: Matthias Weiß