Vortrag

Dienstag, 9. April 2019, 18.00 Uhr s.t. Unipark, Abteilung Kunstgeschichte

Re-, Up- und Downcycling. Konzepte einer Wiederverwendung mittelalterlicher Textilien

Priv.-Doz. Dr. Evelin Wetter, Abegg-Stiftung Riggisberg

 

Als kostbares Gut fanden mittelalterliche Textilien im Laufe der Jahrhunderte mannigfach Wiederverwendung: Wertvolle profane Kleider wurden zur weiteren Verarbeitung der Kirche geschenkt. Pragmatisch passte man ältere Gewandformen neuen Bedürfnissen an, arbeitete man schadhafte Paramente zu jeweils kleineren Objekten um oder benutzte besser erhaltene Teile zu Reparaturen. Aus den Goldstoffen herauszupfte Metallfäden wurden eingeschmolzen und den Goldschmieden zur Verfügung gestellt. Dabei sind es nicht allein wirtschaftliche Überlegungen, die zu einer Wiederverwendung textiler Materialien führten: Stiftete ein Herrscher sein Krönungsgewand, so konnte er sich der Fürbitte sicher sein; zugleich erhielt die beschenkte Kirche ein Erinnerungsstück. Es handelt sich also um bewusste Bezugnahmen auf Personen, konkrete Ereignisse und Epochen. Die gilt noch für Prozesse der Musealisierung: Im frühen 20. Jahrhundert rekonstruierte man aus kirchlichen Gewändern ganze Gewebebahnen, gleichsam als kämen sie direkt von einem mittelalterlichen Webstuhl. Ein gesticktes Pluviale aus dem Salzburger Dom wurde in der frühen Neuzeit beschnitten und umgearbeitet. Für die museale Präsentation auf einer Figurine neu montiert, vermag der Mantel an seine ursprüngliche Prachtentfaltung anzuknüpfen.

ON TOUR – STUTTGART

Vom 22. bis 24. März 2019 traf sich die Monitoring-Gruppe von ICOMOS Deutschland zu ihrem Jahrestreffen in Stuttgart.
Sigrid Brandt hat als Mitglied dieser Gruppe die Welterbestätten Stralsund und Wismar betreut und ist aktuell für die Welterbestätte der Freien und Hansestadt Hamburg zuständig.

„Eine der wichtigsten Aufgaben von ICOMOS, dem Internationalen Rat für Denkmalschutz, ist die Beratung der UNESCO in Welterbefragen und die Unterstützung der Verantwortlichen vor Ort bei der Evaluierung von Denkmalen, historischen Stätten und Kulturlandschaften, die in der Welterbeliste verzeichnet oder für eine Aufnahme vorgesehen sind. Jedes Nationalkomitee von ICOMOS nimmt in Zusammenarbeit mit Institutionen und Personen, die auf dem Feld Denkmalschutz und Denkmalpflege aktiv sind, landesweit eine besondere Verantwortung für das kulturelle Erbe und Welterbe wahr.
Die seit 1997 bestehende Monitoring-Gruppe von ICOMOS Deutschland wurde für die Weltkulturerbestätten im Bundesgebiet gebildet und besteht heute aus über 60 Fachleuten in den Bereichen Bau und Städtebau, Archäologie und Gartendenkmalpflege sowie Restaurierung, Materialkunde und Rechtsfragen. Zu ihr gehören auch Expertinnen und Experten von ICOMOS Frankreich, Luxemburg, Österreich, Schweiz und aus der Tschechischen Republik. Die Monitoringbeauftragten beraten die Träger der Welterbestätten und Denkmalbehörden in Deutschland bei der Einhaltung ihrer besonderen Verpflichtungen gegenüber der UNESCO.“

Die vollständige Presse-Erklärung des Landes Baden-Württemberg finden Sie hier: Pressemitteilung Jahrestagung ICOMOS 2019

Die beiden Häuser von Le Corbusier in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung gehören seit 2016 zum Welterbe. Hier das Doppelhaus mit dem 2006 neu eingerichteten Weißenhof-Museum.
Foto: Sigrid Brandt

ON TOUR – INNSBRUCK

Renate Prochno-Schinkel sprach im Rahmen der Internationalen Tagung zum 500. Todestag Maximilians I., die derzeit in Innsbruck, Wels und Wien stattfindet, zum Thema: „Grabmäler im Vergleich. Die burgundischen Valois und Maximilian I.“

Tag der offenen Tür 2019

Die Abteilung Kunstgeschichte präsentierte sich am Tag der offenen Tür 2019 mit einem Infostand (betreut von Theresia Waagner und Rafael Speyer) sowie im Unipark mit einer Informationsveranstaltung zum Kunstgeschichte-Studium in Salzburg (Assoz. Prof. Dr. habil. Sigrid Brandt). Uniluft konnten die InteressentInnen auch in der Vorlesung von Priv.-Doz. Dr. Ulrich Fürst zur barocken Sakralkunst in Böhmen schnuppern.

VORTRAG – PRIMA IDEA

Dienstag, 12. März 2019, 18.00 Uhr s.t. Unipark, Abteilung Kunstgeschichte

Haut und Haptik.

Zur Oberfläche im Werk der Künstlerin Maria Lassnig

Christine Fegerl MA, Salzburg

Vortrag im Rahmen der Reihe „Prima Idea“

On Tour – ROM


David F. Hobelleitner nahm vom 16.-18.1.2019 an der Konferenz „Cantieri dell‘Agiografia“ in Rom teil. Er sprach an der Päpstlichen Universität Antonianum zum Thema: „Santo subito. Popes as ‚New Saints‘ during the 11th Century Church Reform“ im Rahmen des Panels „Rediscovering Sanctity across Europe“.


Eine Initiative der Abteilung Kunstgeschichte im Fachbereich Kunst-, Musik- und Tanzwissenschaft der Paris Lodron Universität Salzburg